Wasserverband Steinberg

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Chronik

 

1974 - 1980

Bedingt durch die schlechte Versorgung im Bereich Steinberg durch die bereits überforderte Wassergenossenschaft Steinberg haben die Bürgermeister Spath (Marktgemeinde Hitzendorf), Kortschak (Gemeinde Rohrbach-Steinberg) und Vizebgm. Ing. Dulnig (Markgemeinde Thal) in einer historischen Zusammenkunft in der Gemeinde Rohrbach-Steinberg im März 1974 beschlossen, einen Wasserverband zu gründen, um eine positive Entwicklung der gesamten Region zu sichern.

In der konstituierenden Sitzung vom 06. 12 1974 wurde der Vorstand unter Vorsitz von Ing. Dulnig gewählt und damit der Grundstein für den heutigen Wasserverband Steinberg gelegt. Außerdem wurde die Gemeinde St. Oswald als 5. Mitglied in den Verband aufgenommen.

Bereits im Jahr 1978 war es durch Wasserzulieferungen der Gemeinde St. Bartholomä möglich, die zum Notstand erklärten Gebiete im Lieboch- und Rohrbachtal versorgen zu können. Durch eine Verbindungsleitung mit der Grazer Stadtwerke AG, einer vertraglich gesicherten Bezugsmenge sowie durch die Quellen des Schlossgrabens konnten bereits 1979 auch weite Teile von Steinberg und Plankenwarth versorgt werden. Dies erfolgte über die bereits fertiggestellten Behälter Markogel und Steinberg.

1980 - 1990

1980 wurde die Gemeinde Attendorf in den Wasserverband aufgenommen und die Wassergenossenschaft Steinberg stellte ihre Tätigkeit ein.

Durch den intensiven Ausbau der Ortsnetze konnten Ende 1981 bereits 500 Wasserabnehmer mit Trinkwasser versorgt werden.

Das Jahr 1984 war nicht nur für George Orwell ein markantes Jahr, sondern auch für den Wasserverband. Die Graz-Köflach Bergbaugesellschaft wurde bei einer Probebohrung nach Kohle im Bereich der Rohrbach-Brücke in  der Gemeinde Rohrbach-Steinberg nicht fündig und stieß dabei in 130 m Tiefe auf einen gespannten Wasserhorizont mit mächtigem Wasseraustritt. Der Wasserverband konnte diese Bohrung übernehmen und zu einem Wasserspender (Arteser I) mit einer genehmigten Wasserentnahme von 8 l/s ausbauen.

Zusätzlich wurde in diesem Jahr eine neue Quelle (Goldschmiedquelle) am Talschluss des Rohrbachtales mit einer Schüttung von 1 l/s erworben. Mit dieser Wasserkapazität hatte der Wasserverband Steinberg die Eigenständigkeit erreicht und waren damit von teuren Zulieferungen der Grazer Stadtwerke und der Gemeinde St.Bartholomä unabhängig.

Die folgenden Jahre waren geprägt von umfangreichen Netzerweiterungen sowie der Intensivierung der Hausanschlusstätigkeiten.

Der Vorgabe des Vorstandes entsprechend, den Wasserverband weitestgehend nach betriebswirtschaftlichen Kriterien selbsterhaltend, aber nicht gewinnorientiert zu führen, konnte der Wasserverband bereits 1988 auf die Einhebung der nach dem Wasserrechtsgesetz möglichen Mitgliedsbeiträge der Gemeinden verzichten.


1990 - 1995

Nach langjähriger Suche konnte 1994 ein Grundstück im Zentrum unseres Versorgungsgebietes gefunden werden. Im selben Jahr wurde auch mit dem Ausbau der Forstquelle mit einer voraussichtlichen Schüttung von 2,5 l/s begonnen.

1995 beendeten die zwei wohl markantesten Persönlichkeiten die aktive Tätigkeit in unserem Verband: In Würdigung ihrer großen Verdienste wurde Ing. Dulnig der Titel „Ehrenobmann“ verliehen und Herrn Ehgartner der Ehrenring des Wasserverbandes übergeben.

  

1995 - 2000 

Außerdem wurde die neu erschlossene Forstquelle in Fritz-Dulnig-Quelle umbenannt und ein Jahr später in Betrieb genommen.

In der konstituierenden Sitzung der Mitgliederversammlung vom 24.07.1995 wurde der Vorstand und der Obmann Ing. Horst Lorenz neu bestellt. 

Durch die Errichtung des 1000. Hausanschlusses wurde die geplante Endausbaustufe des Verbandes erreicht. Im Oktober 1996 feierten wir die Fertigstellung unseres bereits dringend notwendigen Betriebsgebäudes.

Durch die stetig steigende Anschlusstätigkeit war aber abzusehen, dass wir schon kurzfristig mit den eigenen Wasserspendern nicht mehr das Auslangen finden werden. Der Zukauf von den Grazer Stadtwerken hätte zu einer unzumutbaren Kostenerhöhung für unsere Kunden geführt.

Für den neuen Vorstand war daher die Zukunftsstrategie in der forcierten Suche nach geeigneten Wasserspendern im Versorgungsgebiet vorgegeben.

In Gesprächen stießen wir auf ein Forschungsprojekt des geophysikalischen Institutes der Forschungsgesellschaft Joanneum Research. Dieses Projekt beschäftigte sich mit der Suche nach bodennahen Aquiferen im Rohrbachtal, war aber hinsichtlich seiner Finanzierung nicht gesichert. Durch das spontane Beistellen von Hilfskräften durch die Bürgermeister unserer Mitgliedsgemeinden für dieses Zukunftsprojekt konnte mit der Finanzierung das Auslangen gefunden werden.

Das Ergebnis dieser Forschungsarbeiten wurde vom Leiter dieses Projekts, Herrn DI Dr. Schmid dem Vorstand interpretiert und als optimaler Bohrpunkt für einen ausreichenden, zukünftigen Wasserspender der Bereich der Grollanderl-Brücke im Rohrbachtal festgelegt.

2000 - 2005

Nach vielen grundbücherlichen, technischen und chemischen Problemen konnten die Bohrarbeiten nach Erreichen des prognostizierten Zieles (212m Tiefe, Schüttung 8-10 l/sec) im Jahr 2000 erfolgreich abgeschlossen und mit einer 900m langen PE-Leitung mit der Pumpstation im Rohrbachtal verbunden werden. Daneben wurde zur optimalen Betriebsführung eine dem Stand der Technik entsprechende Mess- und Regelanlage installiert, die es uns heute nach kleinen Adaptierungen erlaubt, im Betriebsgebäude alle relevanten Daten und Betriebszustände zu kontrollieren und zu beeinflussen.

Im gleichen Jahr wurde der Verband von den Behörden des Landes sowohl in technischer als auch in kaufmännischer Hinsicht einer Überprüfung unterzogen. Die abschließende Klassifikation „ordnungsgemäß und vorbildlich“ war stolze Bestätigung unseres Weges.

Vor allem der exorbitant steigende Spitzenbedarf (Trockenheit, Bäderfüllung und dergleichen) ließ sich durch die vorhandene Pumpenkapazität nicht mehr abdecken. Wir haben daher im Anschluß an den bestehenden Behälter (100 m³) einen neuen Behälter mit 200m³ Speichervolumen am Markogel gebaut. Mit der Inbetriebnahme des sehr naturnah eingefügten, neuen Speichers kann vor allem die Hochzone und die Notversorgung für St. Oswald besser bedient werden.

In den folgenden Jahren haben wir besondere Akzente in den Ausbau der Peripherie unseres Versorgungsnetzes, in der Errichtung von Druckerhöhungs- und Druckminderstationen, in der Verbesserung der Leitungsqualität und der Optimierung unserer Pumpenlinie gesetzt.

In den von Trockenheit gezeichneten Jahre 2002 und 2003 waren wir stolz, unsere Kunden uneingeschränkt und in hervorragender Qualität mit Trinkwasser versorgen zu können.

Wir waren uns aber auch dessen bewusst, dass zur Absicherung der Zukunft und von extremen Spitzenzeiten es erforderlich sein wird, neue Wasserspender zu suchen.

Bei der Suche eine neue, optimale Bohrmöglichkeit zu finden wurden wir nach wissenschaftlicher Begleitung durch DI Dr. Schmid im Bereich 300 m bachaufwärts des Artesers II fündig.

Nach einer mit großen Schwierigkeiten verbundenen Bohrung wurde unsere Erwartung nicht nur erfüllt, sondern zum Teil übertroffen. In einer Tiefe von 178 m erzielten wir eine genehmigte, ungepumpte Schüttung von mehr als 10 l/s.

Gemeinsam mit der Errichtung einer zentralen Pumpstation, einer 20 kV-Trafostation und einer 1000 m langen Leitung aus Sphäroguß wurde damit 2004 eine Investition in die Zukunft abgeschlossen.

2005 - 2010

Im Jahr 2005 wurden sowohl die Dulnig-Quelle als auch die Goldschmiedquelle vom Netz genommen. In den laufend vorgenommenen Messungen konnte festgestellt werden, dass vor allem bei Extremwetterlagen eine Kontaminierung bzw. Eintrübung nicht auszuschliessen war. Aus hygienischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen war eine Inbetriebnahme dieser Quellen nicht mehr möglich.

Reflexionsseismische Untersuchungen sowie elektrophysikalische Messungen durch Joanneum Research konnten im unmittelbaren Bereich der Dulnig-Quelle aufgrund der indifferenten geologischen Verhältnisse keine eindeutige Aussage über einen künftigen Wasserspender geben.

Eine Aufschlußbohrung im Jahr 2006 bis zu einer Tiefe von 60 m ließ eine Dauerentnahme von rund 2,5 l/s erwarten. Nach Auswertung der hydrogeologischen Daten wurde im Jahr 2008 eine Brunnenbohrung bis 80 m Tiefe niedergebracht. In Langzeitpumpversuchen konnte im Jahr 2009 eine wasserrechtlich genehmigte Dauerentnahme von 4 l/s des nunmehrigen Dulnig-Brunnens ermittelt werden.

Durch die Inbetriebnahme dieses neuen Wasserspenders kann nicht nur der Verlust der trüben Quellen kompensiert werden, sondern auch bei Ausfall eines Artesischen Brunnens bei etwaigen Revisionsarbeiten eine Reduzierung der Trinkwasserabgabe verhindert werden.

Darüber hinaus wurde durch die Errichtung des Dulnig-Brunnens auch die Versorgungsmöglichkeit unserer Kunden (ca. 1700 Anschlüsse für ca. 5000 Personen) für die Zukunft gesichert.

Durch die besondere Beschaffenheit unserer Artesischen Brunnen ist unser Wasser frei von Belastungen aus Landwirtschaft und Umwelt. Dies wird uns regelmäßig durch die Prüfanstalten bestätigt.

2010 beendete Herr Ing. Horst Lorenz seine Tätigkeit langjährige Tätigkeit als Obmann des Wasserverbandes Steinberg. In der konstituierenden Sitzung der Mitgliederversammlung vom 20.07.2010 wurde der Vorstand und der Obmann Mag. Heinz Gugl neu bestellt. In Würdigung seiner großen Verdienste wurde Herrn Ing. Horst Lorenz der Titel „Ehrenobmann“ verliehen und der Arteser III in „Lorenz-Brunnen“ umbenannt.

2010 - 2015 

Im Jahr 2010 wurde nach der Jahresabrechnung die Kundenverwaltung komplett neu gestaltet und umgestellt sowie die gesamte EDV auf den neuesten Stand der Technik gebracht. 2011 wurde mit Frau Mag. Hansmann Stefanie eine neue Mitarbeiterin für die Kundenverwaltung und Administration aufgenommen. Die wichtigsten Projekte im Jahr 2011 waren die Sanierung aller drei Arteser sowie die Sanierung von 300 m Versorgungsleitung am Steinberg.

Das Jahr 2012 war ein sehr arbeitsreiches Jahr für den Wasserverband. Es wurden 600 m Versorgungsleitung am Forstweg sowie der Hochbehälter Steinberg saniert. Mit dem Anschluss der LFS Grottenhof-Hardt wurde ein Großverbraucher mit rd. 10.000 m³ pro Jahr an die Wasserversorgung des Wasserverbandes Steinberg angeschlossen. Der Vorplatz beim Betriebsgebäude wurde mit einem Trinkbrunnen neu gestaltet. Im Sommer 2012 ging mit Vinzenz Spath ein langjähriger Mitarbeiter in Pension und es wurde mit Walter Panzer ein neuer Wassermeister aufgenommen.

Aus Kostengründen wurden im Jahr 2013 zwei Projekte gemeinsam mit dem E-Werk Gösting abgewickelt. Es wurden 1.300 m Versorgungsleitung am Niederberg an der L 301 Richtung Hitzendorf neu verlegt sowie ein Ringschluss in Thal-Unterbichl von 500 m hergestellt, um im Falle eines Rohrgebrechens die Trinkwasserversorgung aufrechterhalten zu können.

Im Jahr 2014 startete schließlich die Planung des derzeit im Bau befindlichen Hochbehälters mit einem Speichervolumen von 280 m³ in Thal. Im Frühjahr waren die Volksschulen aus Hitzendorf und Thal beim Wasserverband Steinberg zu Gast. Im Bereich der Sanierung wurden in Plankenwarth 300 m Versorgungsleitung neu verlegt.

Seit 1.1.2015 besteht der Wasserverband Steinberg aufgrund der Gemeindefusion nur mehr aus drei Mitgliedsgemeinden. Die Marktgemeinde Hitzendorf ist nun die wasserverbrauchsstärkste Gemeinde im Verband. Im März 2015 startete der Bauabschnitt 07 mit dem Bau des neuen Hochbehälters in Thal. Der Hochbehälter Thal ist seit Ende September 2015 am Netz.

In der konstituierenden Mitgliederversammlung am 7. Juli 2015 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Der neue Obmann des Wasserverbandes Steinberg ist Thomas Gschier aus der Marktgemeinde Hitzendorf.